Warum man für Ayurveda nicht gleich nach Indien zu reisen braucht

Also, zu allererst Mal:
Ayurveda ist nicht Aloe Vera, hat auch nichts mit europäischen Frauen in Sarees (indische Tracht) zu tun und vor allem ist es keine Religion. Ayurveda ist eine vom WHO anerkannte traditionelle Medizin und hat einen ganzheitlichen Ansatz. Vor allem ist es kein Dogma, denn Ayurveda kann auch zeitgemäß – in unserer schnelllebigen Leistungsgesellschaft – gelebt werden und hilft uns dabei, uns besser und wohler zu fühlen.

In unserer heutigen Zeit ist der Druck der fortschrittlichen Gesellschaft immens gestiegen. Wir haben viele Anforderungen, die in bester Qualität und zeitnah erfüllt werden sollen. Somit wächst auch der Druck in den Unternehmen, der sich auf die Mitarbeiter niederschlägt. Im Privatleben sieht es nicht anders aus: Wir haben Familie und Freunde, die unsere Aufmerksamkeit fordern und oft stellt sich hier die Frage, wann man Zeit für sich hat.

Angesichts all dieser Faktoren ist es nicht überraschend, dass zahlreiche Menschen an psychosomatischen Erkrankungen, wie Kreuzschmerzen, Migräne, Reizdarm-Syndrom leiden. Der Körper sendet Signale und ignorieren wir diese, reagiert der Körper mit immer mehr Symptomen.

Wenn wir nicht selbst beginnen, Änderungen in unserer Lebensweise zu herbeizuführen, zieht unser Körper selbst irgendwann die Notbremse: wir bekommen zum Beispiel Fieber oder leiden an Erschöpfungszuständen. Überlasten wir uns gänzlich, so kann dies zu einer völligen Erschöpfung führen, welche in unserer Gesellschaft als Burn-Out wohlbekannt ist. Burn-Out ist kein Modewort, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, von der man sich nicht kurzfristig erholen kann. Viele Burn-Out-Erkrankte brauchen oft Jahre, bis sie sich von dem Raubbau, den sie mit sich betrieben haben, wieder erholen.

„In Summe verursachten seelische Beschwerden 2009 mehr als 2,4 Millionen Krankenstandstage in Österreich. Mit knapp 1,5 Millionen führen dabei die Frauen deutlich vor dem männlichen Geschlecht. Vergleicht man dies mit den Zahlen aus dem Jahr 1995, so ergibt sich für Frauen ein unglaublicher Anstieg von mehr als 155 %, bei Männern umfasst der Zuwachs 88 %. Auch die Spitalsaufenthalte, die einen psychischen Hintergrund aufweisen, stiegen seit Mitte der neunziger Jahre um 96 % an.“[1]

Welche Präventionsmaßnahmen können wir nun selbst setzen, um uns zu schützen und Resilienz aufzubauen, damit es gar nicht erst so weit kommt?

Es hängt davon ab, wie wir mit uns selbst umgehen. Was tun wir uns Gutes. Wie ernähren wir uns. Wie sieht unsere Work-Life-Balance aus, auch wenn manche dieses Schlagwort nicht mehr hören können – ist es unerlässlich, sich diesen Aspekt des Lebens wirklich anzuschauen. Nehmen wir uns Zeit für uns selbst oder gehen wir nur unseren Verpflichtungen nach und fallen müde ins Bett, um noch ein wenig Schlaf zu bekommen, bevor es am nächsten Tag wieder von vorne losgeht?

Der Trend geht in der Gesellschaft stetig in die Richtung, sich seiner Wünsche und Bedürfnisse immer mehr bewusst zu werden, die allerdings nicht materieller Natur sind. Die Menschen in unserer westlichen Gesellschaft sehnen sich nach Ausgeglichenheit – in körperlicher und mentaler Hinsicht. Es werden immer mehr Maßnahmen gesetzt, die zu einer kleinen Auszeit vom Alltag verhelfen sollen. Nach der Arbeit betätigt man sich gerne sportlich: man geht trainieren, laufen, macht Yoga etc.

Man sieht auch die Tendenz zur bewussten Ernährung. Es wird immer mehr darauf geachtet, was man isst, woher das Essen kommt, ob es hochwertig oder biologisch ist, eventuell ernährt man sich vegan.

Und doch verspürt man nicht eine hundertprozentige Ausgeglichenheit. Woran liegt das?

Hier setzt genau Ayurveda an und zwar bei den Ursachen und bekämpft nicht ausschließlich Symptome, wie man es sonst kennt.
Dafür muss man nicht für eine Pancakarma-Kur nach Indien reisen. Man kann sukzessive die Routinen ins Leben integrieren und sein Wohlbefinden steigern.
Der ganzheitliche Ansatz besteht aus Methoden der typgerechten Ernährung, Körperbewusstsein (Bewegung, Yoga, etc.), Massagen, Meditation und Psychologie, Pancakarma (Ausleitungsverfahren) und Kräutertherapie.

Die Ernährung hat im Ayurveda einen besonders hohen Stellenwert, denn die tägliche Ernährung bestimmt über unseren körperlichen und psychischen Zustand. Somit können wir bereits mit der richtigen und vor allem typgerechten Ernährung viel für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden tun.


[1] BURN ON statt BURN OUT Unternehmen beugen vor, Schriftenreihe des Wirtschaftsförderungsinstituts Nr. 347 WIFI Unternehmerservice der Wirtschaftskammer Österreich

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